Was müssen Familie/Freunde wissen?

„Ich habe Dia­be­tes — muss das jeder wis­sen? Wer muss es wis­sen? Wer muss wie viel wissen?“

Diese (und natür­lich noch viele wei­ter Fra­gen stellt sich wahr­schein­lich fast jeder im Laufe sei­ner Erkran­kung. Natür­lich ist es schwie­rig ande­ren den Dia­be­tes zu erklä­ren und die wesent­li­chen Fak­ten näher zu brin­gen. Dazu kommt, dass es oft Mit­leid hagelt, das man nur bedingt hören will. Mit das Anstren­gendste sind aber die Fra­gen und Kom­men­tare. Es des­we­gen aber kom­plett für sich behal­ten, ist auch nicht die rich­tige Lösung.

Von mit kann ich sagen, dass meine Eltern es über­nom­men haben alle meine Ver­wand­ten zu infor­mie­ren. Das war für mich eine große Erleich­te­rung, weil gerad am Anfang musste ich erst ein­mal selbst mit der Dia­gnose klar kommen.

Meine Eltern wur­den damals natür­lich in den gesam­ten Lern­pro­zess mit­ein­be­zo­gen, da ich noch lange nicht voll­jäh­rig war. Aller­dings würde ich so oder so emp­feh­len jeman­den mit­ein­schu­len zu las­sen, idea­ler­weise die Eltern, wenn man mit die­sen gut klar­kommt, weil es immer gut ist, jeman­den an sei­ner Seite zu haben der sich so gut aus­kennt wie man selbst. Meine Eltern muss­ten auch ler­nen bei mir zu mes­sen und zu spritzen.

Bei der Fami­lie habe ich es dann so gelöst, dass ich eigent­lich immer alle anfal­len­den Fra­gen ganz nor­mal beant­wor­tet habe, auch wenn ich beim 10. Mal „Darfst du das essen?“ auch schon­mal genervt war, das ist aber ganz nor­mal. Man muss eben mit­be­den­ken, dass gerade die Groß­el­tern in einer Zeit auf­ge­wach­sen sind, in denen die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung noch eine andere war und gerade in den letz­ten 50–100 Jah­ren tut sich da sehr viel. Außer­dem gibt es ein­fach geläu­fige Mei­nun­gen über Diabetes.

Am Bes­ten ist es ein­fach mal die Fak­ten zu erklä­ren, wie mes­sen, was ist Insu­lin, und so wei­ter, und dann die ein­zel­nen Fra­gen ein­fach ruhig zu beantworten.

Bei den Freun­den ist es an und für sich eine ähn­li­che Sache. Ich hab das auch so gelöst ein­fach mal alle gleich zu infor­mie­ren und die, die es dann noch wei­ter inter­es­siert kom­men sowieso, das ist sicher. Meine Beste Freun­din hat mitt­ler­weile sicher schon 100 mal ihren Blut­zu­cker gemes­sen und auch schon den Kathe­ter aus­pro­biert. Wich­tig ist es auf jeden Fall auch die Sache mit den Hypos und Hypers zu erklä­ren, nicht nur damit sie Ver­ständ­niss für dich haben son­dern vor allem auch damit sie dir ange­mes­sen hel­fen kön­nen in einer Notsituation.

Grund­sätz­li­cher Vor­teil ist, dass du so hilfst ner­vige Vor­ur­teile aus der Welt zu schaf­fen. Je mehr Leute wis­sen, wie der Dia­be­tes funk­tio­niert, dass man immer noch alles essen darf und so wei­ter, desto weni­ger Leute wer­den blöde und ner­vige Kom­men­tare ablassen.

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Ein Kommentar

  1. claudia
    Erstellt am 11. May 2013 um 11:41 | Permanent-Link

    Nach der Dia­gnose habe ich in mei­ner Klasse ein Refe­rat über Dia­be­tes gehal­ten, das ich selbst erstellt habe. Meine Schul­kol­le­gen haben im Anschluss viele Fra­gen gestellt und die meis­ten waren sehr inter­es­siert. Blöde Bemer­kun­gen gab es Gott sei Dank nicht.
    Meine Eltern haben sich schon im Kran­ken­haus sehr viel über die Krank­heit infor­miert, aber auch zuhause im Inter­net und in Büchern haben sie viel nach­ge­le­sen. Im Kran­ken­haus wurde ich super ein­ge­schult und über die ganze Behand­lung und The­ra­pie auf­ge­klärt, so dass ich für ein Leben mit Dia­be­tes gut gerüs­tet ent­las­sen wurde.
    Aber natür­lich habe ich damals auch eini­ges im Inter­net und in Büchern noch nach­ge­le­sen und das mache ich auch jetzt noch.

    Wie hältst du dich dem Laufenden?

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