Diabetes

Was hab ich mir da bloß ein­ge­fan­gen?

Ers­tens kannst du dir Dia­be­tes nicht so ein­fach ein­fan­gen, weil es sich um eine ange­bo­rene Stoff­wech­sel­krank­heit han­delt. Und zwei­tens bedeu­tet das auch nicht gleich, dass man an unkon­trol­lier­tem Durch­fall oder Schweiß­aus­brü­chen lei­det, dein Kör­per hat nur Pro­bleme den in dei­ner Nah­rung vor­kom­men­den Trau­ben­zu­cker zu ver­wer­ten. Ganz ein­fach, weil er nicht aus­rei­chend Insu­lin pro­du­ziert. Ja, noch ein Hor­mon das dir das Leben schwer macht.

Im Fach­chi­ne­si­schen nennt man diese Krank­heit übri­gens Dia­be­tes mel­li­tus, was über­setzt so viel heißt wie „honigs­ü­ßer Durch­fluss“. Denn als Ärzte noch keine Labors zur Aus­wer­tung hat­ten, muss­ten sie den Urin tat­säch­lich kos­ten, um her­aus­zu­fin­den, ob ihre Pati­en­ten Dia­be­tes hat­ten. War das der Fall, schmeckte der Urin dann – Über­ra­schung! – süß wie Honig. Die­sem Umstand ist es zu ver­dan­ken, dass man Dia­be­tes im Volks­mund auch Zucker­krank­heit nennt.

Auch sehr inter­es­sant: Alten Schrif­ten zufolge wurde Dia­be­tes vor rund 1900 Jah­ren ent­deckt. Also keine Sorge, über die­sen Zeit­raum ist es den Ärz­ten gelun­gen die Krank­heit so gut zu erfor­schen, dass man als Betrof­fe­ner ein fast unein­ge­schränk­tes Leben füh­ren kann. Ein­zig über die genauen Ursa­chen und Schä­den gibt es noch keine genauen Erkennt­nisse. Betrach­tet man aber die schnel­len Fort­schritte der Wis­sen­schaft, wer­den diese wohl nicht mehr allzu lange auf sich war­ten lassen.

So, jetzt hast du einen ers­ten Ein­druck über Dia­be­tes gewon­nen. Wenn dir das noch reicht, auch kein Pro­blem, dann lies ein­fach weiter.

Therapieziele

Die rich­tige Blut­zu­cker­ein­stel­lung ist das A und O für das Wohl­be­fin­den und die Gesund­heit der Men­schen mit Diabetes.

Ideale The­ra­pie­ziele sind:

  • Nüch­tern­blut­zu­cker <100 mg/dl (<5,5 mmol/l)
  • Post­pran­dia­ler Blut­zu­cker (2 Stun­den nach der Mahl­zeit) <135 mg/dl (<7,5 mmol/l)
  • HbA1c< 6,5%

Nüch­tern­blut­zu­cker, post­pran­dia­ler­Blut­zu­cker sowie der Lang­zeit­blut­zu­cker­wert HbA1c geben Auf­schluss dar­über, wie gut die Blut­zu­cker­ein­stel­lung eines Men­schen mit Dia­be­tes ist. Eine gute Blut­zu­cker­ein­stel­lung erhöht das Wohl­be­fin­den, eine schlechte Blut­zu­cker­ein­stel­lung kann sich in häu­fi­gem Auf­tre­ten von Über– und Unter­zu­cke­run­gen sowie Ent­ste­hen von Fol­ge­er­kran­kun­gen aus­wir­ken. Um dies zu ver­mei­den, soll­ten die The­ra­pie­ziele in Abspra­che mit dem Arzt fest­ge­legt und regel­mä­ßig kon­trol­liert werden.

Risi­ken einer schlech­ten Blutzuckereinstellung

Um lang­fris­tig ein hohes Maß an Lebens­qua­li­tät zu erhal­ten, ist eine opti­male Blut­zu­cker­ein­stel­lung ent­schei­dend. Wird die Blut­zu­cker­ein­stel­lung ver­nach­läs­sigt, so kön­nen Über– oder Unter­zu­cke­run­gen (Hyper– oder Hypo­gly­kä­mien) auf­tre­ten. Auf Dauer kann sich eine schlechte Blut­zu­cker­ein­stel­lung durch Begleit– und Fol­ge­er­kran­kun­gen bemerk­bar machen.

Hyper­gly­kä­mie

Es kommt vor, dass Men­schen mit Dia­be­tes infolge einer sehr star­ken Über­zu­cke­rung (meist vor Dia­gnose der Erkran­kung) ohn­mäch­tig wer­den und ins soge­nannte dia­be­ti­sche Koma fal­len. Hyper­gly­kä­mien, ob leicht oder schwer aus­ge­präg­ter Art, kön­nen durch regel­mä­ßige Blut­zu­cker­kon­trol­len und Check-Up-Untersuchungen ent­deckt und somit ent­spre­chend the­ra­piert werden.

Hypo­gly­kä­mie

Wenn der Blut­zu­cker­spie­gel unter einen bestimm­ten Wert sinkt, spricht man von einer Hypo­gly­kä­mie — einer star­ken Unter­zu­cke­rung. Die­ser Zustand ist in der Regel die Folge einer unge­eig­ne­ten The­ra­pie. Blasse Haut­farbe, Herz­klop­fen, Schwit­zen und Hun­ger­ge­fühl sind typi­sche Anzei­chen eines Glu­ko­se­man­gels. Da das Gehirn auf Zucker als aus­schließ­li­che Ener­gie­quelle ange­wie­sen ist, kann das Ver­hal­ten gestört sein; auch kann in schwe­ren Fäl­len Bewusst­lo­sig­keit oder ein Schock eintreten.

Begleit– und Folgeerkrankungen

Eine schlechte Blut­zu­cker­ein­stel­lung erhöht das Risiko für Begleit– und Fol­ge­er­kran­kun­gen von Dia­be­tes. Zu die­sen gehören:
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • dia­be­ti­sches Fußsyndrom
  • dia­be­ti­sche Reti­no­pa­thie (Augenerkrankung)
  • Nephro­pa­thie (Nierenerkrankung)
  • Poly­n­eu­ro­pa­thie (Nervenerkrankungen)

Ein Ziel der Dia­be­testhe­ra­pie ist es, die Ent­ste­hung von Begleit– und Fol­ge­er­kran­kun­gen zu ver­mei­den und durch regel­mä­ßige Kon­troll­un­ter­su­chun­gen mög­li­che Schä­den früh­zei­tig zu erken­nen und zu behandeln.

Therapieformen

Hier fin­dest du einen Über­blick über die häu­figs­ten The­ra­pie­for­men. Bitte bespre­che mit dei­nem Arzt, wel­che The­ra­pie­form für dich die beste ist .

Die drei häu­figs­ten The­ra­pie­for­men sind:

  • konventionell-intensivierte Insulin­the­ra­pie (beste­hend aus zwei Injek­tio­nen täg­lich, die jeweils aus einer Mischung aus Lang­zeit– und Kurz­zeit­in­su­lin beste­hen und zusätz­li­chen Korrekturinjektionen)
  • Basis-Bolus-Therapie (ein– bis zwei­mal täg­lich Basis­in­su­lin und zusätz­lich Bolu­sin­jek­tio­nen zu den Mahl­zei­ten, ent­we­der mit Nor­mal­in­su­lin oder schnell wirk­sa­mer Insulinanaloga)
  • Insu­lin­pumpe (stän­dige, kleine Insu­li­n­ab­ga­ben von kurz­wirk­sa­men Insulin)

Kon­ven­tio­nelle Insulin-Therapie

Bei der Kon­ven­tio­nel­len Insulin-Therapie wird in der Regel 1 – 2x am Tag ein Misch­in­su­lin gespritzt.

Der Vor­teil die­ser The­ra­pie: sie ist ein­fach anzu­wen­den, da sie einem star­ren Schema im Tages­ab­lauf folgt. Blut­zu­cker­kon­trol­len müs­sen nicht jeden Tag durch­ge­führt werden.

Der Nach­teil liegt in der Tat­sa­che, dass sich Lebens– und Ess­ge­wohn­hei­ten nach dem Wir­kungs­ver­lauf des gespritz­ten Insu­lins rich­ten müs­sen. Es müs­sen bei­spiels­weise über den Tag ver­teilt 5–6 Mahl­zei­ten ein­ge­nom­men wer­den, damit die Gefahr von Unter­zu­cke­run­gen durch das aus­ge­prägte Wirk­schema des Misch­in­su­lins redu­ziert ist. Wenn ohne­hin feste Lebens– und Ess­ge­wohn­hei­ten vor­lie­gen und der All­tag einen sehr regel­mä­ßi­gen Rhyth­mus hat, wer­den Dia­be­ti­ker auch mit einer Kon­ven­tio­nel­len Insulin-Therapie zurechtkommen.

Basis-Bolus-Therapie

Bei Typ-1-Diabetes ist die Basis-Bolus-Therapie heute fast immer die The­ra­pie der Wahl.

Es gibt meh­rere Mög­lich­kei­ten, eine Basis-Bolus-Therapie durch­zu­füh­ren, doch lei­ten sich alle Vari­an­ten von einem Grund­schema ab: die natür­li­che Insu­lin­aus­schüt­tung der gesun­den Bauch­spei­chel­drüse soll nach­ge­ahmt wer­den. Im Nor­mal­fall schüt­tet die Bauch­spei­chel­drüse zwei­fach Insu­lin aus:

  1. Die Bauch­spei­chel­drüse gibt rund um die Uhr Insu­lin ab, um den Grund­in­su­lin­be­darf des Kör­pers abzu­de­cken. Bei der Insulin-Therapie wird die­ses Insu­lin „Basal­in­su­lin“ genannt und mit lang­wir­ken­dem Ver­zö­ge­rungs­in­su­lin nach­ge­ahmt bzw. ersetzt. Frü­her wurde es nor­ma­ler­weise 2x am Tag gespritzt, da die huma­nen Basal­in­su­line nur eine Wirk­dauer von 12–16 Stun­den haben. Dank der Wei­ter­ent­wick­lung der Basal­in­su­line ist es mög­lich, mit einer ein­zi­gen Injek­tion eines lang­wir­ken­den Ana­log­in­su­lins den kom­plet­ten Tages­be­darf an Basal­in­su­lin abzudecken.
  2. Beim Essen gibt die Bauch­spei­chel­drüse stoß­ar­tig grö­ßere Men­gen an Insu­lin ab, um den durch die Nah­rungs­auf­nahme aus­ge­lös­ten Blut­zu­cker­an­stieg zu regu­lie­ren. Bei der Insulin-Therapie wird dies „Bolus­gabe“ genannt und mit Nor­mal­in­su­lin oder sehr kurz wir­ken­dem Ana­log­in­su­lin nachgeahmt.
  3. Zu den in der Regel drei Haupt­mahl­zei­ten wird – je nach Menge der Koh­len­hy­drate und dem aktu­el­len Blut­zu­cker­wert – Nor­mal­in­su­lin oder sehr kurz wir­ken­des Ana­log­in­su­lin gespritzt.

Die Basis-Bolus-Therapie bie­tet den Vor­teil, dass der Tages­ab­lauf fle­xi­bel gestal­tet wer­den kann: Zwi­schen­mahl­zei­ten sind nicht not­wen­dig. Mahl­zei­ten, Sport und Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten kön­nen frei gestal­tet wer­den. Diese Insulin­the­ra­pie rich­tet sich nach dir und nicht umgekehrt.

Nach­teil die­ser The­ra­pie sind der höhere Auf­wand durch die Zahl der Injek­tio­nen und die erfor­der­li­chen mehr­fa­chen Blut­zu­cker­mes­sun­gen (min­des­tens 4x täglich).

Insu­lin­pumpe

Bei die­ser The­ra­pie­form wird stän­dig Insu­lin in klei­nen Men­gen aus der Insu­lin­pumpe über ein dün­nes Infu­si­ons­set an das Unter­haut­fett­ge­webe abge­ge­ben. Das Infu­si­ons­set, das du auf dem Foto erken­nen kannst, legst du dir alle 2–3 Tage selbst. Es gibt eine große Aus­wahl ver­schie­de­ner Infusionssets.

Abbil­dung 1: Insu­lin­pumpe mit Infu­si­ons­set (Quelle: www.schmidtandclark.com/insulin-pum) Es gibt je nach Modell sehr viele ver­schie­dene Funk­tio­nen, aber die Basis­funk­tio­nen sind bei jeder Pumpe gleich:
  • Basal­rate:
    • wird auto­ma­tisch und kon­ti­nu­ier­lich (gleich­mä­ßige) abgegeben
    • Abgabe von aus­schließ­lich kurz­wirk­sa­mem Insu­lin in das Unterhautfettgewebe
    • nah­rungs­un­ab­hän­gi­ger Insulinbedarf
  • Essens­in­su­lin:
    • wird von dir selbst bei Bedarf per Knopf­druck abgegeben
    • nah­rungs­ab­hän­gi­ger Insulinbedarf
  • Kor­rek­tur­in­su­lin:
    • wird von dir selbst bei erhöh­ten Blut­zu­cker­wer­ten per Knopf­druck abgegeben
Was sind die Vor­teile einer Insu­lin­pumpe gegen­über der The­ra­pie mit Insulinspritzen?
  • Die Basal­rate kann an deine indi­vi­du­el­len Bedürf­nisse ange­passt werden.
  • Die Behand­lung mit einer Insu­lin­pumpe ist der Funk­ti­ons­weise der Bauch­spei­se­drüse am ähnlichsten.
  • In wis­sen­schaft­li­chen Stu­dien konnte gezeigt wer­den, dass der HbA1c-Wert abnimmt und weni­ger Blut­zu­cker­schwan­kun­gen und Unter­zu­cke­run­gen auftreten.
  • Du kannst zum Bei­spiel beim Sport sehr kurz­fris­tig han­deln, die Basal­rate und die Sport-BE reduzieren.
  • Du musst dich nicht mehr mehr­mals täg­lich mit einer Nadel ste­chen, son­dern nur noch alle 2–3 Tage das Infu­si­ons­set wechseln.

Quelle: http://www.martin-bischof.at/insulinpumpe.htm

Dia­be­tes und Ernährung

Die Ernäh­rung ist neben der Insulin­the­ra­pie ein wesent­li­cher Fak­tor, um den Blut­zu­cker im Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Die fol­gen­den Hin­weise geben einen Über­blick über gesunde Ernäh­rung, den Rat eines Spe­zia­lis­ten und eine Ernäh­rungs­be­ra­tung kön­nen sie aber nicht ersetzen!

Die drei Grund­nähr­stoffe sind Koh­len­hy­drate (Stärke), Fette und Eiweiße. In einer gesun­den Ernäh­rung stel­len Koh­len­hy­drate die wich­tigste Gruppe dar, sie soll­ten 55 % der Nah­rung aus­ma­chen. Der Rest sollte zu etwa 30 % aus Fett und 15 % aus Eiweiß beste­hen. In der Regel kann man davon aus­ge­hen, dass in allen pflanz­li­chen Nah­rungs­mit­teln Koh­len­hy­drate und in tie­ri­schen Nah­rungs­mit­teln Eiweiß und Fett ent­hal­ten sind. In Milch und Milch­pro­duk­ten sind alle Nähr­stoffe enthalten.

Ziele einer dia­be­tes­ge­rech­ten Ernäh­rung sind:

  • den Blut­zu­cker im Nor­mal­be­reich zu halten
  • Über­ge­wicht abzu­bauen bzw. zu vermeiden
  • Fett­auf­nahme zu reduzieren

Koh­len­hy­drate

Bei den Koh­len­hy­dra­ten unter­schei­det man zwi­schen kom­ple­xen und ein­fa­chen Kohlenhydraten.

Kom­plexe Koh­len­hy­drate sind vor allem in Voll­korn­pro­duk­ten, Nudeln, Kar­tof­feln und stär­ke­rei­chem Gemüse wie Erb­sen und Boh­nen ent­hal­ten. Sie wer­den lang­sam in Glu­kose abge­baut und soll­ten einen hohen Anteil der Nah­rung aus­ma­chen. Ein­fa­che Koh­len­hy­drate wie Glu­kose, sind z. B. in Süßig­kei­ten, Limo­nade, Kek­sen, Kuchen und Mar­me­lade ent­hal­ten. Der Kon­sum die­ser Koh­len­hy­drate sollte mög­lichst gering sein, denn ein­fa­che Koh­len­hy­drate füh­ren zu einem sehr raschen Blut­zu­cker­an­stieg, der sehr hohe Blut­zu­cker­werte zur Folge haben kann.

Eiweiße

Eiweiße sind für den Kör­per ein lebens­wich­ti­ger Bau­stoff und in fast allen Nah­rungs­mit­teln ent­hal­ten. Gene­rell ist der Anteil an ver­zehr­tem tie­ri­schen Eiweiß in Öster­reich jedoch zu hoch. Ins­be­son­dere Men­schen mit Dia­be­tes haben kei­nen erhöh­ten Eiweiß­be­darf. Da sie jedoch häu­fig eine ein­ge­schränkte Nie­ren­funk­tion haben und die Ver­ar­bei­tung von Eiweiß die Nie­ren sehr bean­sprucht, soll­ten sie maxi­mal 15% ihres täg­li­chen Essens in Form von Eiweiß zu sich neh­men. Die­ses Maß ent­spricht in etwa einem Gramm Eiweiß pro Kilo­gramm Körpergewicht.

Fette

Nah­rungs­mit­tel mit hohem Fett­an­teil ent­hal­ten sehr viel Ener­gie (1g Fett ent­hält dop­pelt soviel Kalo­rien wie 1g Koh­len­hy­drate!). Fett­rei­che Nah­rung ist häu­fig eine Ursa­che für Über­ge­wicht und Herz-Kreislauferkrankungen.

Tipps

  • Zu einem aus­ge­gli­che­nen Ernäh­rungs­plan gehö­ren Lebens­mit­tel, die beson­ders viele Bal­last­stoffe ent­hal­ten (z.B. Voll­korn­pro­dukte), fri­sches Obst und Gemüse.
  • Esse bevor­zugt fett­arme Lebens­mit­tel wie Fisch, mage­res Fleisch und Huhn.
  • Koche oder grille, statt zu braten.
  • Nehme anstelle von tie­ri­schen Fet­ten lie­ber pflanz­li­che, wie Mar­ga­rine oder Oli­venöl. Diese ent­hal­ten einen hohen Anteil an unge­sät­tig­ten Fettsäuren.
  • Achte auch bei Milch­pro­duk­ten auf den Fett­ge­halt (z.B. fett­arme Milch und fett­ar­mer Joghurt).
  • Esse nur in Maßen fett­rei­che Lebens­mit­tel wie But­ter, Wurst, Käse, Sahne, Schin­ken und Gebäck.
  • Achte auf ver­steckte Fette (z.B. in Wurst oder Gebäck).
  • Ver­su­che mit Kräu­tern und Gewür­zen die Spei­sen zu verfeinern.

Dia­be­tes und Sport

Bewe­gung senkt den Blut­zu­cker, ver­bes­sert die Stoff­wech­sel­si­tua­tion, ver­min­dert so auch das Risiko von Fol­ge­er­kran­kun­gen, erhöht das Wohl­be­fin­den, opti­miert die Stoff­wech­sel­pa­ra­me­ter und hilft evtl. beste­hen­des Über­ge­wicht zu reduzieren.

Wie Bewe­gung den Stoff­wech­sel beeinflusst:

Durch kör­per­li­che Bewe­gung wird mehr Glu­kose in die Mus­ku­la­tur geschleust, dadurch sinkt der Blut­zu­cker. Gleich­zei­tig steigt die Insu­li­n­emp­find­lich­keit der Mus­kel­zel­len. Dadurch führt die glei­che Insu­lin­menge zu einer stär­ke­ren Blut­zu­cker­sen­kung oder die­selbe Menge Zucker in der Nah­rung zu einem gerin­ge­ren Anstieg des Blut­zu­ckers. Auch die Stoff­wech­sel­leis­tung der Mus­ku­la­tur, also die Ver­bren­nung von Glu­kose und Fet­ten bei kör­per­li­cher Belas­tung, nimmt zu. So wird letzt­lich auch eine Gewichts­re­duk­tion erreicht.

Dar­über hin­aus wirkt Bewe­gung sogar vor­beu­gend. Stu­dien zei­gen, dass regel­mä­ßige Bewe­gung bei Pati­en­ten mit einer patho­lo­gi­schen Glu­ko­se­to­le­ranz– einem Vor­sta­dium des Dia­be­tes Typ 2 – in bis zu 60 Pro­zent der Fälle den Aus­bruch der Krank­heit ver­hin­dern kann! Neben einer Ver­bes­se­rung der Stoff­wech­sel­si­tua­tion sinkt zudem auch das Risiko für Folgeerkrankungen.

Die posi­tive Wir­kung von Sport und Bewe­gung hält bis zu 72 Stun­den nach dem Trai­ning an. Um dau­er­haft zu pro­fi­tie­ren, soll­test du des­halb min­des­tens drei­mal pro Woche trai­nie­ren. Fange lang­sam an und wähle die Art der Bewe­gung, die dir am meis­ten Spaß macht! Bei Dia­be­tes Typ 1 ver­spricht Sport zwar kei­nen unmit­tel­ba­ren the­ra­peu­ti­schen Nut­zen, regel­mä­ßige Bewe­gung ver­bes­sert aber die kör­per­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit, das Selbst­be­wusst­sein und damit auch die Lebensqualität.

Mache deine Übun­gen mög­lichst jeden Tag zur sel­ben Zeit. Eine gleich­blei­bende Dauer und ein kon­ti­nu­ier­lich glei­cher Grad der Anstren­gung hel­fen dei­nem Kör­per, sich dar­auf ein­zu­stel­len. Mache keine Übun­gen, bevor du zu Bett gehst, um nächt­li­che Hypo­gly­kä­mien zu ver­mei­den. Spritze dir Insu­lin nicht in die Nähe von Mus­keln, die du bei den Übun­gen beson­ders betä­ti­gen. Sonst kann es sein, dass das Insu­lin zu schnell seine Wir­kung ent­fal­tet, wodurch eine Unter­zu­cke­rung aus­ge­löst wer­den kann.

Esse 1–2 Stun­den vor­her 1–2 BE und führe  immer 3–5 Trau­ben­zu­cker­plätt­chen mit, um einer Hypo­gly­kä­mie vor­zu­beu­gen bzw. zu behe­ben. Trage einen Dia­be­ti­ker Not­fall­aus­weis bei dir, wenn du dich sport­lich betä­tigst. Idea­ler­weise trai­niere zusam­men mit einem Partner.

Spre­che auf jeden Fall mit dei­nem Arzt, wenn du inten­si­ver trai­nie­ren möchtest.

Jugend­li­che mit Dia­be­tes Typ 1 kön­nen grund­sätz­lich jeden Sport aus­üben. Bei Dia­be­tes Typ 2 sind vor allem dyna­mi­sche Sport­ar­ten emp­feh­lens­wert wie Schwim­men, Lau­fen, Ski­lang­lauf, Wal­ken, Nordic-Walken, Tan­zen oder Wan­dern. Von Kraft­sport­ar­ten ist jedoch grund­sätz­lich abzu­ra­ten, vor allem wenn zusätz­lich ein hoher Blut­druck vor­liegt. Gene­rell soll­ten Dia­be­ti­ker, die sich regel­mä­ßig kör­per­lich bewe­gen wol­len, einen erfah­re­nen Dia­be­to­lo­gen auf­su­chen, der mög­li­che Risi­ko­fak­to­ren aus­schließt. Not­wen­dig ist außer­dem eine aus­führ­li­che Schu­lung – vor allem für Dia­be­ti­ker, die Insu­lin sprit­zen oder Blut­zu­cker sen­kende Tablet­ten ein­neh­men. Denn um eine Hyper– oder Hypo­gly­kä­mie zu ver­hin­dern, musst du deine Blut­zu­cker­werte auf die aktu­el­len Belas­tun­gen ein­stel­len – ent­we­der indem du aus­rei­chend Zusatz-Kohlenhydrate zuführst oder die Insulin-Dosis ent­spre­chend reduzierst.